Herlinde Koelbl zeigt im Sterbezyklus „Tod und Abschied“ Portraits eines toten Paars, die die unspektakuläre Normalität des Todes transportieren. Die ruhige Hülle der Verstorbenen – die Maske des Todes – bringt die eigene Endlichkeit so nah. Zugleich spiegelt das Triptychon die sehnsuchtsvolle Hoffnung des Menschen, selbst im Tod noch Nähe und Liebe zum geliebten Partner zu bewahren, und dadurch den Tod zu überwinden. In der Arbeit „Opfer“ rekurriert die Künstlerin auf den inneren Zusammenhang zwischen dem Opfer als Zentrum des religiösen Ritus und der gewalttätigen gesellschaftlichen Praxis. Die Schächtung eines Schafes in Sizilien – wie in der Bibel übermittelt – formuliert den Tod des Tieres nicht als mechanischen Prozess, sondern als existenzielles Ritual. Der Tod des Tieres wird zur lebenserhaltenden Grundlage des menschlichen Daseins.

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